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Ferien und Urlaub mit Scheidungs- und Trennungskindern

In der Ferienzeit taucht bei getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern mit gemeinsamen Kindern häufig die Frage auf, welcher Elternteil in welchem Zeitraum die Kinderbetreuung übernimmt und ob und wohin – auch ohne Zustimmung des anderen – eine Urlaubsreise mit dem Kind möglich ist.

Zunächst ist festzustellen, dass jeder Elternteil grundsätzlich einen Anspruch darauf hat, einen Teil der Ferien mit dem gemeinsamen Kind zu verbringen.

Allzu häufig jedoch besteht zwischen den getrenntlebenden bzw. geschiedenen Eltern in diesem Punkt keinerlei Einigkeit, so dass es regelmäßig mit Beginn der Schulferien zu Streitigkeiten der Eltern kommt. Um diesen Dauerkonflikt zu verhindern, ist es ratsam, möglichst frühzeitig eine verbindliche Ferienregelung zu treffen.

Kann eine einvernehmliche Regelung nicht gefunden werden oder sperrt sich ein Elternteil gegen eine Umgangsregelung während der Ferienzeit, hilft nur noch der Gang vor das Familiengericht. Auf Antrag eines Elternteils trifft dann das Gericht eine Entscheidung darüber, welcher Elternteil in welchem Freienzeitraum Umgang mit dem Kind ausüben darf.

Ist eine Umgangsregelung für die Ferienzeit zwischen den Eltern geklärt oder gerichtlich festgelegt worden, stellt sich daran anschließend die Frage, ob und wohin man mit dem Kind verreisen darf.

Im Rahmen des Ferienumgangs darf der jeweils umgangsberechtigte, betreuende Elternteil grundsätzlich auch Urlaubsreisen mit den gemeinsamen Kindern unternehmen.

Unproblematisch sind dabei Reisen zu den klassischen Urlaubszielen in der EU mit den üblichen Verkehrsmitteln. Diese können in der Regel ohne Absprache mit dem anderen Elternteil angetreten werden, da es sich bei solchen Reisen um so genannte „Angelegenheiten des täglichen Lebens“ handelt, über die der umgangsberechtigte Elternteil auch ohne Zustimmung des anderen Elternteils entscheiden darf.

Anders verhält es sich bei Reisen ins Nicht-EU Ausland bzw. bei Fernreisen. Hierbei wird in der Rechtsprechung in der Regel angenommen, dass es sich um eine so genannte „Angelegenheit von erheblicher Bedeutung“ handelt, die nur gemeinsam mit dem anderen sorgeberechtigten Elternteil bzw. mit Zustimmung des alleine sorgeberechtigten Elternteils entschieden werden darf.

Insgesamt handelt es sich bei der Frage, ob eine Urlaubsreise mit den Kindern eine Angelegenheit des täglichen Lebens oder eine zustimmungsbedürftige Angelegenheit von erheblicher Bedeutung darstellt, um eine Einzelfallentscheidung, die unter anderem vom Alter des Kindes, den spezifischen Gefahren der Reise und der Beziehung des Kindes sowie der Familie zum geplanten Reiseziel abhängen.

Können sich die Eltern nicht einigen, ob die Urlaubsreise mit dem Kind angetreten werden darf oder wird die Zustimmung zur Urlaubsreise grundlos verweigert, muss rechtzeitig eine Entscheidung des Familiengerichts beantragt werden.

 

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JENNIFER SCHUMACHER

Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht

Telefon 0621-571812
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STEPHAN
SCHMIDT

Rechtsanwalt
Schwerpunkt Familienrecht

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